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ZAUBERKUNST2008-08-01
die Welt zwischen Realität und Fantasie, hier beginnt das Mysterium
Zauberkünstler auf der Bühne, optische Täuschungen und Fata Morgana. Wir alle haben schon das eine oder andere dieser Phänomene beobachtet.
Was hat es damit auf sich? Warum übt ein Magier immer noch eine solche Faszination auf uns aus? Linda Blanche hat sich schlau gemacht.
Zuerst einmal ist es wichtig, die Bedeutung einer optischen Täuschung zu verstehen.
Eine optische Täuschung ist nichts anderes, als eine widersprüchliche Information, die aus Figuren entsteht und vor unseren Augen trügerisch erscheint.
Sie gibt uns gegensätzliche Resultate zur Wirklichkeit: eine optische Täuschung lässt uns eine Sache sehen und sie aber für eine andere halten!
Die Position von gewissen Objekten, Schatten oder Reflexen schlagen uns in den meisten Fällen falsche Schlussfolgerungen vor.
Die untenaufgeführten Abbildungen Nr. 1 bis 3 geben uns hierfür einige Beispiele.
Abb. Nr. 1: Das Zentrum der beiden Kreisel ist von genau gleicher Grösse, doch man könnte mit Sicherheit behaupten, dass in der Abbildung mit den kleinen Kreisen das Zentrum grösser ist, als in der Abbildung mit den grossen Kreisen.
Abb. Nr. 2: Bei diesem Beispiel erscheinen vor unseren Augen graue Flecken zwischen den Quadraten. In Wirklichkeit aber existieren diese Flecken überhaupt nicht, es handelt sich hier um eine optische Täuschung.
Abb. Nr. 3: Hier lässt sich ein Beispiel der Teilung von unterschiedlichen Eindrücken feststellen. Wenn man eine Gruppe von Personen fragt, was sie auf diesem Bild sehen, ohne den Blick zu lange darauf ruhen zu lassen, stellt man fest, dass verschiedene Aussagen gemacht werden. Die einen behaupten, die Form eines Kelches zu sehen, während die anderen zwei sich zugewandte Profile gegen das Licht zu erkennen glauben. In Wirklichkeit aber sind beide Figuren vorhanden.
Aus diesem Ursprung sind die Techniken und die Handfertigkeit der Zauberkünstler geboren, denn dies sind die Prinzipien der verschiedenen Tricks.
Anhand dieser Beispiele verstehen wir, wie einfach es sein kann, sich täuschen zu lassen, von dem, was wir sehen und, was tatsächlich geschieht.
Ein Objekt, eine Person oder eine bestimmte Bewegung beeinflussen unseren Verstand und veranlassen ihn zu einer „optischen Täuschung“.
Zeugenaussagen von Schiffbrüchigen oder von Menschen, die sich viele Tage in der Wüste aufhielten, berichten von Luftspiegelungen, von einer sogenannten „Fata Morgana“.
Ein, wenn auch sehr fantasievolles Beispiel einer optischen Täuschung wurde im Jahr 1933 im grossen See von Grossbritannien, genauer gesagt, am Loch Ness, bekannt.
Nach dem Bau einer neuen Strasse wollte das Ehepaars Mackay das Panorama bewundern und erblickte angeblich das berühmte „Ungeheuer von Loch Ness“.
Man hört bis heute immer wieder von Beobachtungen dieses Dinosaurier-ähnlichen Monsters, das auch schon fotografiert und gefilmt wurde. Auch wenn seine Existenz dementiert wurde und Wissenschaftler sich bemühen, Beweise zu erbringen, dass es sich um ein Phantasiegebilde handelt, gibt es auch heute noch, nach fast siebzig Jahren, Leute, die schwören, „Nessie“ mit eigenen Augen gesehen zu haben.
Mehr denn je sind wir heute fasziniert von dem, was uns Zauberkünstler in ihren Vorstellungen präsentieren. Sie brechen Eisenstangen, als wären sie aus Styropor, lassen Menschen oder Gegenstände in der Luft schweben, laufen auf glühenden Kohlen usw.
Sie lassen uns glauben, sie seien ausgestattet mit medialer und übersinnlicher Kraft.
Die Beeinflussung spielt eine wichtige Rolle, aber manchmal ist auch der Zufall ausschlaggebend und kann selbst die grössten Skeptiker aus dem Häuschen bringen.
Dennoch ist die Schlauheit, die Fähigkeit und auch die Geschicklichkeit der Künstler und Zauberer zu bewundern und zu respektieren.
Die Berufstricks
Nehmen wir beispielsweise den Trick, bei dem das klassische Kaninchen aus dem Zylinderhut des Zauberers hervorkommt.
Ein Loch im Zylinder, das mit einer Seidenvorlage überdeckt ist, erlaubt es ihm, eine Hand ins Innere seiner Jacke zu stecken, in der sich das Tierchen tatsächlich befindet.
Man könnte unzählige weitere Tricks aufzählen, aber für denjenigen, der diesen Beruf ausübt, ist es eine Leidenschaft und Berufung.
Trotz der Faszination dieser Spektakel, muss man darauf acht geben, das Limit des Unbekannten nicht zu überschreiten.
Man muss zwischen dem harmlosen Spiel eines Zauberers und dem, was schädlich oder gefährlich für die Menschen werden könnte, zu unterscheiden wissen.
Die Kunst des Zauberns ist uralt und dank einem Meister seines Fachs, Harry Houdini, ans Licht gekommen. Er war es, der zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts auf den Bühnen der ganzen Welt seine Nummernspektakel aufführte.
Geboren im Jahr 1874 in Budapest, unter dem Namen Eherch-Weiss. Er kam aus einer sehr armen Familie, die in die Vereinigten Staaten, nach Virginia, auswanderte.
Als Halbwüchsiger ist er dem Vater nach New York gefolgt, wo er schon im Alter von 19 Jahren seine Karriere anfing und unter dem Namen „Eric der Grosse“ berühmt wurde.
Später heiratete er seine Assistentin und nahm den Künstlernamen Houdini an. Er starb, sehr reich, am 31. Oktober 1926 (Tag des Halloweens).
Im Staat Pennsylvania, in Scranton, gibt es heute ein Museum zu seiner Erinnerung, das die Werke seines Lebens dokumentiert.
Er war der berühmteste Magier der Welt in dieser Epoche.
Bei seinem Tod hinterliess er der amerikanischen Gesellschaft für Magie eine beachtliche Geldsumme. Noch heute erinnert man sich an sein Können mit viel Bewunderung.
Zur Zeit ist der berühmteste Künstler, Zauberer oder „Magier“ der Welt Seth Kotkin, Künstlername David Copperfield.
Er benutzt die modernsten Technologien und wagt sich an immer unglaublichere, spektakulärere Performances.
Zu seinen eindrucksvollsten Vorstellungen kann man sicher das Verschwinden der Freiheitsstatue von New York zählen.
Von vielen geliebt, wie auch kritisiert, macht er mit viel Engagement weiter mit dem, an das er glaubt, auch auf die Gefahr der Unfälle hin, die er ständig riskiert.
All dies ist Teil dieser, ohne Zweifel, mitreissenden und faszinierenden Sphäre.
Wenn wir doch als Kinder an Hexen und den Nikolaus geglaubt haben, warum jetzt um jeden Preis den Zauber des Zaubers wegnehmen. Dies würde nur Anlass zu unschuldigen Emotionen und Erstaunen geben kann.
Lassen wir doch diesen Zweifel und den Hauch von Mysterium, die der Zauber in sich selbst bewahren möchte.
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